Das Verhältnis zwischen Recht und Moral
Das Verhältnis und der Unterschied zwischen Recht und Moral ist ein
Thema, das eines ausführlichen Vortrages bedürfte, wollte man es
umfassend behandeln, und wenngleich wir dies in dieser Ansprache nicht
tun wollen, seien zumindest einige Unterschiede zwischen diesen beiden
Begriffen in aller Kürze erwähnt.
Die Kontrolle der Gier des Individuums und das Verhindern von
Ungerechtigkeit und Missachtung der Rechte der anderen in der
Gesellschaft sind das höchste Ziel der Gerechtigkeit und einer
Rechtsordnung. Mit der Verwirklichung dieses Zieles können diejenigen,
die nach Gerechtigkeit streben und Anhänger der Menschenrechte sind,
ihre höchsten Ideale erreichen.
Für die Verwirklichung dieses Zieles muss zwischen den Menschen nicht
notwendigerweise Freundlichkeit und Liebe herrschen, sondern man kann
von den Menschen verlangen, dass sie die Gesetze und Prinzipien die
ihre Rechte schützen, wahrnehmen und als verbindlich ansehen, auch
wenn die Beziehung zwischen ihnen selbst eher kühl und teilnahmslos
ist.
Ein gerechter Mensch muss nicht unbedingt ein freundliches Gesicht und
einen freundlichen Umgang haben. Das Recht und die Gerechtigkeit
verlangen jedoch, dass ein Bürger dem Gesetz und den Prinzipien treu
ergeben und dass er letztlich ein gerechter Mensch ist. Aber es wird
diesem Bürger nicht befohlen, wenn er in seiner Nachbarschaft oder in
der Straße, in der er lebt, oder auch außerhalb des Landes, in einem
anderen Teil der Welt, einem bedürftigen Mensch begegnet, diesem zu
helfen und ihn zu unterstützen.
Der gerechte Mensch erwartet, dass ihm sein Recht in der vereinbarten
Zeit zugestanden wird, und wenn das nicht der Fall ist, sieht er sich
berechtigt, den anderen anzuklagen und ihn verurteilen zu lassen, ohne
dass er es zuvor als notwendig ansieht, zu überprüfen, ob der andere die
Möglichkeit hat oder nicht, ihm sein Recht zuzugestehen, und auch wenn
er damit den Frieden dieser Familie stört.