Gott ist dem Menschen nahe, und diese Nähe ist unvorstellbar. Wenn in dieser Beziehung überhaupt eine Entfernung existiert, dann hängt dies mit der Vernachlässigung dieser Annäherung und dem Unverständnis seitens des Menschen zusammen. Eine der wichtigsten religiösen Lehren ist, dass es ebenso viele Wege zu Gott gibt, wie es Menschen gibt. Gott begleitet den Menschen immer, und Er ist ihm niemals fern. Deshalb ist die Verbindung zu Ihm sehr leicht und bedarf weder bestimmter Voraussetzungen noch einer Vermittlung.
Die einzige Voraussetzung für die Verbindung des Menschen zu Gott ist das Wollen des Menschen, denn von göttlicher Seite her existiert diese Verbindung immer. Es ist der Mensch, der die Verbindung zu Gott aufnehmen soll. Diese Verbindung des Menschen mit Gott bedeutet, dass er begreift, dass Gott ihm nahe und mit ihm verbunden ist. Folglich kann der Mensch in jedem Moment und an jedem Ort, wann und wo er will, diese Verbindung herstellen.
Heilige Zeiten und Orte
Aus islamischer Sicht ist diese Verbindung nicht von einer bestimmten Zeit oder einem bestimmten Ort abhängig. Die heiligen Zeiten und Orte bieten lediglich besondere Gelegenheiten für eine leichtere Verbindung mit Gott, aber niemals ist diese Verbindung nur auf diese Zeiten und Orte beschränkt oder davon abhängig.
Im Islam sind manche Tage und Monate im Laufe des Jahres heiliger und wichtiger als andere Tage und Monate, wie beispielsweise die Nacht zum Freitag, der Freitag selbst, der gesegnete Monat Ramadan oder die Nächte der Bestimmung (Laylatu-l-Qadr) im Laufe des Jahres. Es gibt auch heilige Orte, wie z. B. die Kaʿba im Hedschas oder die Moscheen an sich, gleich an welchem Ort sie sich befinden. Die Besonderheit dieser Zeiten und Orte liegt in ihren bestimmten Eigenschaften und der Tatsache, dass ihnen im Hinblick auf die Verbindung mit Gott eine besondere Stellung zukommt; an solchen Orten ist die Verbindung zu Gott leichter, wenngleich die Gründe, warum diese Orte und Zeiten eine besondere Rolle spielen, wissenschaftlich nicht eindeutig erklärt werden können.
Das sind Geheimnisse, die in der göttlichen Offenbarung gründen, über die die Religionen gesprochen haben und die der Mensch wie viele andere religiöse Lehren nicht entdeckt hätte, wenn die Religion nicht darüber gesprochen und die Offenbarung diese Vorhänge nicht beseitigt hätte. Deshalb sind die mit bestimmten Zeiten und Orten verbundene Energie und die versteckten Besonderheiten ein beobachtbares Prinzip. Diesen Punkt möchte ich jedoch im Hinblick auf unser Thema nicht weiter ausführen, sondern festhalten, dass für uns in diesem Zusammenhang wichtig ist, dass die Verbindung mit Gott nicht von diesen Orten und Zeiten abhängig ist.
„Man kann sich überall auf der Erde vor Gott niederwerfen und mit Ihm Verbindung aufnehmen. Die ganze Erde ist für mich eine Moschee."
— Der Prophet des Islam (k)